Sonntag, 29. Juli 2012

Anika Beer - Als die schwarzen Feen kamen


Als die schwarzen Feen kamen ist ein Einzelband von Anika Beer.

Broschierte Ausgabe
Erscheinungsdatum: 12. März 2012
Seitenanzahl: 448
Verlag: cbj
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre


Als ein gefährlicher Schwarm schwarzer Feen Marie bedroht und alle, denen sie nahesteht, in Gefahr bringt, gibt es nur einen, der ihr helfen kann: Gabriel, der mysteriöse Junge, der die dunklen Wesen zu sehen vermag, die sich in den Schatten der Menschen verbergen. Doch als Marie sich entschließt, Gabriels Hilfe zu suchen, haben die schwarzen Feen die Grenze zu unserer Welt bereits durchbrochen...


Das Cover ist nicht gerade ein Eyecatcher, passt aber zum Inhalt vom Buch. Die dunklen Hände am Rand und die schwarzen schmetterlingsartigen Wesen, die die Feen darstellen sollen, versprechen schon eine düstere Stimmung. Der verschwommene Hintergrund lässt die Welt, die in Maries Fantasie entstanden ist, und den Übergang zu ihr vermuten. Der Titel setzt sich von anderen Titeln ab, sonst hätte es wohl nur "Die schwarzen Feen" geheißen und daher gefällt mir der gewählte Titel besonders gut. Andere Cover gibt es nicht, das Buch wurde noch in keine anderen Sprachen übersetzt.


Bei Als die schwarzen Feen kamen sind alle irgendwie geteilter Meinung, ich habe schon viele eher negative Rezensionen gelesen, aber auch einige, die sehr begeistert waren. Ich gehöre zur zweiten Sorte! Ich kann die jenigen, denen das Buch nicht gefällt, gar nicht verstehen, aber das ist natürlich auch Geschmackssache.
Zuerst mal ist Als die schwarzen Feen kamen überhaupt nicht vorhersehbar, wenn dann nur ganz selten bei eher nebensächlichen Sachen, und ich wurde immer wieder vom Verlauf der Handlung überrascht. Die Story ist gut durchdacht und vor allem sehr originell. Zumindest gilt das für mich, ich habe Ähnliches in der Form noch nirgendwo sonst gelesen. Vom Anfang bis zum Ende herrscht eine düstere Atmosphäre, manchmal stärker, manchmal schwächer. Bei vielen anderen Büchern gefällt es mir gar nicht, wenn es durch und durch eine negative Stimmung hat und es nur kaum einen Hoffnungsschimmer gibt, aber bei diesem Buch hat mich das nicht gestört, denn es passt einfach zur Geschichte und den Dingen, die passieren. Ganz entgegen meiner Vorstellungen von einem unterhaltsamen aber einfachen und unkomplizierten Buch, war es manchmal gar nicht so leicht, mitzukommen und alles zu verstehen, was geschehen ist und die Zusammenhänge zu begreifen. Ich finde aber, dass so etwas aber im richtigen Maß nochmal erklärt wurde, auch wenn ich manches vielleicht nochmal nachlesen musste.
Ich finde es gut, dass auch Maries alltägliche Probleme angesprochen werden, sodass das Ganze nicht zu unrealistisch wirkt. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, in ein typisches Teenie-Drama, das nur von der eigentlichen Story ablenkt, hineingezogen zu werden, weil es einfach kleine Situationen sind, die man selbst gut kennt und Marie vergisst trotz all den unglaublichen Dingen, die in ihre Welt treten, nicht, dass sie noch ein normales Leben führt und ihre Freunde ihr wichtig sind. Und auch wenn ich mir mal gedacht habe, dass ihre Freundin es gar nicht wert ist, dass Marie um sie kämpfen möchte, konnte ich ihr Handeln verstehen, weil die beiden sich schon von klein auf kennen und es in einem bestimmten Alter nun mal eintritt, dass man sich auseinanderlebt und dass man das vielleicht nicht zulassen und wahr haben möchte. Darum möchte Marie ihre Freundinnen nicht verlieren, egal, wie sie sich gerade verhalten. Man kennt so etwas vielleicht aus dem eigenen Leben und ich habe mich darum mit Marie verbunden gefühlt und das macht sie auch sympathisch, ich mochte sie eigentlich schon von Anfang an.
Die Augenblicke, in denen es um die ganz alltäglichen Dinge in Maries Leben geht, dauern nie zu lange an, und die Story um die schwarzen Feen steht wieder im Mittelpunkt. Allerdings geht die Handlung nicht besonders schnell voran. Zu oft, wie ich finde, wird aus Gabriels Sicht berichtet, was ja meistens auch ganz interessant ist, aber manchmal wirklich überflüssig ist. Auch sonst hätte ich mir mehr bedeutende Ereignisse gewünscht, genug Platz und Zeit dafür wäre da gewesen. Die Momente, bei denen es hauptsächlich um Gabriel und Marie geht, und mal nicht um die Feen und die Obsidianstadt, sind an den richtigen Stellen eingesetzt, ich habe mir da nur selten gewünscht, dass es jetzt endlich mit der richtigen Handlung weiter gehen sollte. Nur zwischendurch hat das einfach zu lange aufgehalten, da saßen die beiden einfach nur 5 Seiten lang auf dem Sofa und Marie hat tausend Mal überlegt, ob sie nun in die Obsidianstadt gehen soll oder nicht, und wiederholt immer und immer wieder die gleichen Argumente und Gedanken, warum sie es muss und dass ihr doch keine andere Wahl bleiben würde. Das war aber eine Ausnahme, ansonsten hat sich die Liebesgeschichte nicht zu schnell entwickelt und wirkte für mich total realistisch.
Bei den so genannten Interludien, die in der Obsidianstadt stattfinden, wurde man einfach mal ins Ungewisse geschubst, aber man hat, bis die beiden Welten aufeinander treffen, mitgerätselt, wie das alles mit der Realität zusammenhängt, wurde aber meistens doch wieder überrascht.
Vor allem dafür, dass Als die schwarzen Feen kamen der erste Jugendroman von Anika Beer ist, muss ich den Schreibstil der Autorin loben. Sie kann gut die Gefühle der Charaktere herüberbringen, obwohl nicht in Ich-Form erzählt wird, und ihr Schreibstil passt gut zum Inhalt.

Als die schwarzen Feen kamen hat mich sehr überrascht - einerseits weil es gar nicht meinen Erwartungen entsprochen hat und andererseits auch weil es sehr unvorhersehbar ist. Ich vergebe 4 Herzen, und würde es auch noch ein 2. Mal lesen, aber die volle Punktzahl kann ich nicht geben, weil die Story einfach zu schleppend voran geht.



Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. »Als die schwarzen Feen kamen« ist ihr erster Jugendroman. -- anikabeer.com

Kommentare:

  1. Eine sehr schöne und auführliche Rezension ;) Wenn du vielleicht noch Absätze dazwischen machen würdest, wäre sie noch angenehmer zu lesen, aber das ist ja nur eine Nebensächlichkeit ^^
    Ich habe auch 4 Sterne vergeben, weil mir zwar die Idee und die Atmosphäre gefallen haben, aber die Story, wie du schon sagtest, etwas schleppend voran geht.
    LG ;)
    Charlie

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  2. "Kissed" liegt derzeit unter den TOP3. Sieht also gut aus. Die Umfrage endet ja auch schon um Mitternacht. Hehe!

    Warum ich eigentlich hier bin:
    http://real-booklover.blogspot.de/2012/07/ich-hab-einen-award-bekommen.html

    Du hast es dir verdient :)

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  3. Das Buch tönt wirklich vielversprechend und das Cover gefällt mir auch ausgezeichnet. Ich glaube, ich muss es wirklich auch noch auf meine Wunschliste setzen . . .

    lG Favola

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  4. Ich hab es auf meinem SuB und du hast mich jetzt wirklich neugierig gemacht ;) Ich weiß nicht ob mich das Buch begeistern kann, wir werden sehen.
    Bin Leserin geworden :) Möp.

    Alles Liebe!

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  5. Gibt es einen 2 teil von diesem buch ??

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    1. Nein, "Als die schwarzen Feen kamen" ist ein abgeschlossener Einzelband. (:

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Ich freu mich immer wie ein Regenbogen-Keks über jeden Kommentar, also hinterlasst mir hier unbedingt eine Nachricht. Lob wird natürlich genau so gerne gehört wie begründete Kritik. (: Antworten gibt es immer direkt unter eurem Kommentar und kommen so schnell wie es geht. Ihr seid die Besten! ♥