Freitag, 20. Juli 2012

Susanne Rauchhaus - Der Hexenspiegel


Der Hexenspiegel ist ein Einzelband von Susanne Rauchhaus.

Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2008
Seitenanzahl: 304
Verlag: Ueberreuter
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
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Magische Edelsteine, flüsternde Spiegel und rätselhafte Kunden - seit die 16-jährige Elly in einem Antikschmuckladen aushilft, gerät sie von einem mysteriösen Erlebnis ins nächste. Und dann erfährt sie, dass sie selbst eine starke magische Begabung hat! Zusammen mit der lebenshungrigen weißen Hexe Runa versucht Elly, ihre neuen Kräfte zu kontrollieren, ein Halloween-Casting zu gewinnen und die Rückkehr der schwarzen Hexen aus der Welt hinter den Spiegeln zu verhindern, bevor das Böse sie selbst bezwingen kann.


Meiner Meinung nach sieht das Cover in bisschen... billig aus. Theoretisch wäre es ja ganz schön und es passt ja auch ganz gut, aber der Spiegel sieht so unecht aus und sein Rand wirkt so, als wäre er mit einem billigen Computer-Programm ausgeschnitten. Das Gleiche gilt auch für die Scherben, da ist es aber nicht so extrem. Das mit der Hexe im Spiegel ist auch ganz okay, aber wirkt wie gesagt auch ein kleines bisschen "billig", wenn ihr versteht. Der Titel ist ganz in Ordnung, aber nicht überragend. Es gibt keine anderen Cover, weil es keine Taschenbuchausgabe gibt und in keine anderen Sprachen übersetzt wurde.


Für mich war das Buch ziemlich langweilig. Irgendwie nichts wirklich besonderes. Die Grundidee ist eigentlich sehr originell, mit den schwarzen und den weißen Hexen, und Elly, die dazwischen steht, aber es kommt mir so vor, als wäre dieses Potenzial nicht genug ausgenutzt worden. Das Buch war einfach zu kurz.
Zwei Tage nachdem ich das Buch zugeschlagen habe, hatte ich sogar schon den Namen der Protagonistin vergessen. Ich hatte auf jeden Fall mehr erwartet. Beim Klappentext heißt es zum Beispiel, dass Elly eine  starke magische Begabung hat. Aber ich finde, dass das im Buch gar nicht so richtig im Mittelpunkt stand, zumindest nicht genug. Es hätte mir besser gefallen, wenn Ellys Kräfte öfter zum Einsatz gekommen wären oder überhaupt mehr "Magie" vorgekommen wäre. Und auch dieser Klappentextsatz "Seit die 16-jährige Elly in einem Antikschmuckladen aushilft, gerät sie von einem mysteriösen Erlebnis ins nächste". Dem kann ich nicht wirklich zustimmen, denn Elly arbeitet schon länger in diesem Geschäft und es hat ihr immer gut gefallen, vorher ist noch nie etwas passiert. Da finde ich diesen Satz ein bisschen übertrieben, aber gut. Wenn ich erfahren würde, dass ich eine Hexe bin, würde ich das wahrscheinlich nicht einfach so hinnehmen, sondern total außer mir sein, was bei Elly nicht wirklich der Fall ist.
Was mir auch überhaupt nicht gefallen hat, war diese Schwärmerei für Mike. Schon auf den ersten Seiten hab ich gemerkt, dass Mike nur überhaupt mit ihr redet, weil sie gut in einem Fach ist, und er sonst so ein schüchternes Mädchen gar nicht erst bemerken würde und auch nicht auf den Gedanken kommen würde, dass Elly ihn mag. Auch sonst kam er mir ein bisschen wie ein Macho vor und wenn ich Elly wäre, hätte ich mir schon direkt in dem Moment, in dem er sich erst zu ihr setzt und sie dann erfährt, dass er nur Hilfe bei den Hausaufgaben braucht, klar gemacht, dass er nicht der Richtige sein kann. Sie ist was das angeht einfach total naiv. Ich verstehe auch überhaupt nicht, warum sie alles dafür tut um mit Mike zusammen zu kommen und auf einen Morg hört, obwohl Runa sie davor gewarnt hat und ihr ausdrücklich gesagt hat, dass der Morg nichts Gutes im Sinn hat. Hätte Runa ihr vorher gar nichts davon erzählt, wäre das ja noch einigermaßen verständlich und interessant gewesen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Elly, obwohl ihr nur so wenig Zeit bleibt um sich von dem Fluch zu befreien, sich mit diesen nebensächlichen Dingen beschäftigt. Runa hatte ich mir übrigens als alte weise Frau vorgestellt, aber hat sich dann ja als aufgedrehtes junges Mädchen entpuppt und die Rolle der alten weisen Frau hat Cleo übernommen. Auch hier finde ich es schade, dass man von Cleo nicht mehr erfahren hat und sie nur selten vorkommt. Von den Hexenjägern hätte ich ebenfalls gerne mehr gehört um ihre Ansichtsweise besser zu verstehen.
Das Ganze mit Henrik war meiner Meinung nach eigentlich ganz in Ordnung, die Dialoge waren glaubhaft. Das Ende hat mir auch ganz gut gefallen, weil es mal wieder ein Ende war, dass auch etwas länger angedauert hat und endlich mal etwas von einem größeren Finale hatte. Allerdings hat mich auch hier etwas gestört, denn durch das Casting wurde diese mystische Stimmung, die ich erwartet hatte, noch mehr kaputt gemacht. Ich hatte echt gedacht, dass alles viel düsterer war, aber allein die Tatsache, dass schwarze Hexen sich als Goths verkleiden und in die Disco gehen, kam mir schon viel zu modern für so ein Buch vor, bei dem ich eine ganz andere Atmosphäre erwartet habe.
Susanne Rauchhaus wird irgendwie nicht zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Der Hexenspiegel ist ihr Debütroman, und wie schon bei Schattenwesen konnte mich auch dieses Buch nicht wirklich fesseln und ich hatte nicht grade die größte Lust, weiterzulesen, aber so wirklich schlecht ist es ja trotzdem nicht. Der Schreibstil ist einfach nichts außergewöhnliches. Es war ganz unterhaltsam, aber auch manchmal vorhersehbar. Für mich war es einfach zu kurz und die falschen Momente wurden ausgedehnt, man hätte die spannenderen Situation, wie beispielsweise das Auftauchen der schwarzen Hexen im Schmuckladen und die Verfluchung, ausfürhlicher erklären und dafür das Casting kürzen sollen.


Die Idee hat mir gut gefallen und insgesamt war es kein schlechtes Buch. Dennoch habe ich sehr viele negative Punkte gefunden, und ich vergebe 2 Herzen (mit Tendenz nach oben), möglicherweise ist es auch Geschmackssache, aber zu viel sollte man nicht erwarten, auch wenn es für ein deutsches Fantasy-Buch besser ist als man erwarten könnte.


Susanne Rauchhaus, 1967 in Gladbeck geboren, begann schon als Jugendliche mit dem Schreiben. Nach der Ausbildung als Europasekretärin und einer Fortbildung als Werbetexterin arbeitete sie in einer Hamburger Werbeagentur und in der Redaktion einer Fachzeitschrift. Heute lebt sie in der Nähe von Stuttgart. Sie schreibt Kurzgeschichten und Glossen für verschiedene Zeitschriften. »Der Hexenspiegel« ist ihr erster Roman. -- susanne-rauchhaus.de
Rezensionen zu anderen Büchern von Susanne Rauchhaus:
Die Messertänzerin

1 Kommentar:

  1. Ich kann dir nicht ganz zustimmen. Ich fand dieses Buch nicht gerade super toll, aber es ist schon drei vielleicht auch 4 Herzen wert meiner Meinung nach....

    LG Lisa

    Ich habe dich getaggt, wär cool wenn du mitmachen würdest! :D
    http://mybloglilifeen.blogspot.co.at/2012/11/getaggt.html

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