Samstag, 14. Juli 2012

Susanne Rauchhaus - Schattenwesen


Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum: Januar 2010
Seitenanzahl: 304
Verlag: Ueberreuter
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Folge deinem Schatten!
Die junge Künstlerin Kira steht vor einer großen Herausforderung: Sie soll ein Fresko restaurieren. Es befindet sich in den Kellergewölben eines alten Hauses und zeigt ihre mysteriösen Gastgeber. Cyriel ist einer von ihnen. Doch warum verhält sich der junge und attraktive Mann so abwesend? Und woher stammen all die Schatten, die Kira sieht, während sie in ihre Arbeit eintaucht? Scharrende Geräusche lassen Kira bald an ihrem Verstand zweifeln, bis sie merkt, dass sie in einem Haus voller Schatten gefangen ist.


Aaaah. Man wird ja regelrecht erschlagen von dem Cover. Natürlich sind die einzelnen Elemente darauf eigentlich schön, aber es ist einfach zu viel. Das Gesicht, die blaue Farbe, die Tür, der Lichtstrahl mitten durch, die Muster, die aufwendige Schrift. Alles einzeln ganz gut, doch insgesamt man weiß gar nicht, wo man zuerst hingucken soll und irgendwie... Nee. Nicht so toll.
Anderes Cover:


Dieses Buch fing es für mich mittelmäßig an, sank in der Mitte ab und kletterte sich dann wieder etwas weiter nach oben. Ich fange mal von vorne an.
Der Anfang war okay. Einfach okay. Ganz in Ordnung halt. Nichts wirklich Besonderes. Und das lag daran, dass sich die erste Hälfte total hingezogen hat. Zwischendurch ist zwar immer wieder irgendetwas ganz "Mysteriöses" passiert, aber es wurde nicht direkt darauf eingegangen, sondern tatsächlich auch viel mit der Kunst und dem Restaurieren beschäftigt. Was Restaurieren heißt, hat man im Buch ja erfahren, das Wort "Fresko" musste ich ungebildetes Wesen allerdings erstmal googeln. Wikipedia war mal wieder schlauer als ich und teilte mir mit: "Die Fresko- oder Fischmalerei ist eine Form der Wandmalerei, bei der die in Wasser gelösten Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden". Joar. Da ich nicht unbedingt fließend Fachchinesisch beherrsche, sagt mir das ziemlich wenig, aber nun hatte ich wenigstens eine genauere Vorstellung. Wie gesagt, es wurde viel auf das Restaurieren eingegangen und ich finde, die Elemente wurden gut eingesetzt, nicht zu viel, nicht zu unverständlich und nicht zu nervig. Die Story ging zu Beginn allerdings meiner Meinung nach doch etwas zu schleppend voran, aber na ja, vielleicht war das erstmal zur Eingewöhnung.
Gut fand ich, dass zwischendurch aus Jessys Sicht geschrieben wurde. Natürlich wird man da mitten ins Ungewisse gestoßen und weiß nicht richtig, was Sache ist, aber so geht es Jessy auch und als Leser stellt man schon so manche Vermutung an, um was es sich handeln könnte, aber so wirklich kommt man bis zu einem bestimmten Punkt nicht drauf. Na schön, ich bin nicht drauf gekommen. Überhaupt war alles ziemlich unvorhersehbar und ich wurde oft überrascht, denn ich konnte mir keine wirkliche Vorstellung von dem machen, was als Nächstes passieren würde oder wie alles zusammenhängt. Und als alles dann zusammen kam, machte natürlich alles plötzlich Sinn. Na ja, meistens zumindest. ;)
Mich hat anfangs die Entwicklung zwischen Kira und Cyriel ziemlich gestört. Zuerst hassen sich beide fast ohne Grund gegenseitig und streiten sich pausenlos wegen Kleinigkeiten. Und dann, aus heiterem Himmel, kommt Kira auf den Gedanken, dass da etwas zwischen ihr und Cyriel ist, nur weil er einmal nett zu ihr war. Das kam einfach viel zu plötzlich und ich konnte es gar nicht nachvollziehen, da sie ja vorher noch so eine tiefe Abneigung gegen ihn hatte. Und dann auch noch Anzeichen von Eifersucht? Nein, auch wenn ich etwas übertreibe, das war eine Negativ-Punkt für mich.
In der Mitte war ich erstmal ziemlich verwirrt. Denn die Story ging in eine Richtung, die ich überhaupt nicht erwartet habe. Ich wusste eine längere Zeit echt nicht, was ich davon halten sollte. Das war dann der Tiefpunkt. Ich hatte aber Hoffnung, das sich das noch bessern würde, also hab ich mich weitergekämpft. Die Rätsel und Geheimnisse, die Kira in der ersten Hälfte versucht aufzudecken, werden in der zweiten Hälfte alle nacheinander aufgestapelt. Ein bisschen zu viel auf einmal, fand ich. Ich bin echt nur am Mackern :D Das Buch war ja nicht schlecht. Und es wurde dann auch besser. Ich hatte mich dann damit abgefunden, dass ich ganz andere Vorstellungen von Schattenwesen hatte und ich wurde danach eigentlich nicht von der Geschichte enttäuscht. Die Idee mit den Schatten war für mich bisher mal wieder etwas Neues und das hat mir gefallen. Den Zusammenhang von den vielen neuen Informationen habe ich auch irgendwann größtenteils verstanden und wenn nicht, war das nicht allzu schlimm um den Verlauf einigermaßen zu verstehen. Was mich aber auch bei der 2. Hälfte gestört hat, war wieder die Entwicklung von dem Verhältnis zwischen Kira und Cyriel. Wie gesagt, am Anfang waren sie noch so biestig zueinander und dass sich Cyriels Gefühle so schlagartig ändern, wirkte irgendwie unrealistisch. Überhaupt wirkten die beiden zusammen nicht ganz authentisch. Deshalb fand ich es gut, dass es auch zu einem größeren Teil um die Story ging und in der zweiten Hälfte passierte endlich mal was.
Das Ende ist zwar spannend, aber irgendwie bekam ich gar nicht richtig mit, dass jetzt alles "vorbei" ist, weil die Taten einfach beschrieben werden, aber es fehlte irgendwie auch ein gefühlsmäßiger und gedanklicher Abschluss. Im Sinne von "Ich konnte es nicht fassen. Endlich war alles vorbei." Ja, das klingt blöd, ist ja nur ein Beispiel. :D Ich hab auch einige Absätze nochmal gelesen, um ganz sicher zu gehen, dass das jetzt wirklich das "Finale" war. Und dann kamen die letzten drei Seiten. Ganz ehrlich? Ich hab nichts davon verstanden. Vielleicht lese ich das Buch ja irgendwann nochmal, versuche noch besser aufzupassen und verstehe es dann. Kira hat irgendetwas vor, aber ich habe nicht wirklich verstanden, was das jetzt bedeuten sollte. Das kam mir einfach merkwürdig vor und ich habe die letzten Seiten tatsächlich drei Mal gelesen und habe es immer noch nicht kapiert. Vielleicht kann ich ja meinem kleinen Gehirn die Schuld geben.


Ich habe echt mehr Negatives gefunden als gedacht. Es war zwar kein schlechtes Buch und ich wurde auch meistens ganz gut unterhalten, aber irgendwie hatte ich nie das ganz dringende Bedürfnis, nachts um halb 1 noch unbedingt ein Kapitel weiter lesen zu müssen. Oder überhaupt habe ich manchmal wirklich keine große Lust gehabt, Schattenwesen in die Hand zu nehmen. Dennoch ist es wie gesagt ein gutes Buch und dafür gebe ich 3 Herzen.

Susanne Rauchhaus, 1967 in Gladbeck geboren, begann schon als Jugendliche mit dem Schreiben. Nach der Ausbildung zur Europasekretärin und einer Fortbildung zur Werbetexterin arbeitete sie in einer Hamburger Werbeagentur und in der Redaktion einer Fachzeitschrift. Heute lebt sie in der Nähe von Stuttgart. Sie schreibt Kurzgeschichten und Glossen für verschiedene Zeitschriften. -- susanne-rauchhaus.de
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