Mittwoch, 5. Dezember 2012

Robin Jarvis - Dancing Jax: Auftakt


Dancing Jax: Auftakt ist der erste Teil der "Dancing Jax"-Trilogie von Robin Jarvis.
1. Auftakt - 2. Zwischenspiel - 3. Finale

Broschierte Ausgabe
Erscheinungsdatum: 10. September 2012
Übersetzer: Nadine Mannchen
Seitenanzahl: 544
Verlag: Script5
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Dancing Jax

Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen...

Das Cover ist toll und zieht die Blicke auf sich. Für mich nur leider zu vielversprechend...
Andere Cover:

Wer schon mal von Dancing Jax gehört hat, der ist bestimmt schon auf so einige positive Meinungen gestoßen. Schon im Voraus: Ich bin komplett anderer Meinung.
Ich hatte mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut. Endlich mal wieder ein dickeres Buch, mehr Seiten, längerer Lesespaß, ein ansprechendes Cover, ein spannender Klappentext, viele gute Rezensionen. Ich wurde wahnsinnig enttäuscht.
Der größte Minuspunkt: Die erste Hälfte über kommt die Handlung so langsam voran, wie man es nur selten erlebt. Immer erst nach ca. 5 Kapiteln passiert mal etwas Bemerkenswertes, Spannung taucht nur sehr selten auf. So macht das Lesen nicht wirklich Spaß. Die Story hört sich interessant an, man hofft auf mehr, vor allem dank endlos vielen Sätzen wie "Sie konnten ja nicht ahnen, in welch kurzer Zeit ihr Glück zerstört werden sollte, denn schon bald sollte Dancing Jacks die Welt erobern" und Ähnlichem. Nervig, aber vielversprechend. Doch auch die zweite Hälfte hat mir nicht gefallen. Ab jetzt wird es zwar spannender, aber dennoch bleibt es langweilig, wenn ihr versteht. Die Ereignisse ziehen sich hin, ich habe ewig auf den entscheidenden Punkt gewartet und insgesamt fehlte mir immer etwas. Ich kann es gar nicht genau beschreiben, aber es hat mir einfach nicht gefallen. Nicht so, dass ich gedacht habe "Wann hat dieses Buch endlich ein Ende?!", denn ich hatte noch Hoffnung. Die wurde am Ende dann auch zerstört. Das Buch hat ein extrem offenes Ende, aber ich habe keine Lust, mir auch noch den zweiten Band anzutun, wirklich nicht.
Anfangs war ich ziemlich verwirrt, da aus mehreren Sichtweisen geschrieben wurde und einige Personen abwechselnd im Vordergrund standen und ich nicht wusste, wer jetzt die Hauptrolle spielt und wie ihre Handlungen miteinander verknüpft sind. Die meisten dieser beschriebenen Situationen fand ich ziemlich sinnlos, da sie nicht sonderlich viel mit der eigentlichen Handlung zu tun hatten. Einige Dinge konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Das gilt für mehrere Sachen, wobei ich mir teilweise vorstellen kann, dass manche Handlungsstränge in den Folgebänden mehr im Vordergrund stehen könnte. Dennoch war vieles einfach überflüssig.
Die Charaktere an sich waren in Ordnung. Sie hatten ihre eigene Persönlichkeit und Eigenschaften, die sie unverwechselbar machten, das kann ich wirklich loben. Was mich genervt hat, war, dass echt keine verantwortungsbewusste Person die Situation begriffen hat. Ich meine, wenn ein kleiner Junge es versteht, warum dann kein Lehrer, der schon mehrmals gewarnt wurde! Der hätte viel früher eingreifen sollen! Und wenn man die Gefahr als Leser begreift, ohne so besonders viel mehr zu wissen, warum checkt das denn dann keiner?! Dennoch, die Charaktere waren echt gut ausgearbeitet, meiner Meinung nach.
Die kursiv geschriebenen Passagen, in denen Stellen aus "der Heiligen Schrift" zitiert werden, hatten zwar mit der Story zu tun, aber ich finde, dass man sie definitiv hätte abkürzen können, um die Charaktere zu beschreiben. Überhaupt hätte man so vieles abkürzen können. Wollte der Autor das Buch nur so dick wie möglich machen? Er hat die gewünschte Wirkung erreicht, ich wollte ein dickes Buch und ich habe ein dickes Buch bekommen - nur leider mit viel zu wenig Handlung gefüllt.
Irgendwie fand ich, dass dieser ganze 'moderne Kram', der den altmodischen Sitten aus »Dancing Jacks«, gegenüber gestellt wird, sehr unrealistisch. Alles, was heutzutage üblich ist, wurde so übertrieben dargestellt, als wäre es eine lebenswichtige Entscheidung für einen 11-jährigen, ob er wirklich zwei Personen über Facebook als Freunde entfernen soll und ob das wohl seine Zukunft verändern würde. Also bitte, so schlimm ist es doch echt nicht. 

Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall NICHT lesen. Das Buch hat mir gar nicht gefallen, die Handlung kommt einfach nicht voran und der Lesespaß hat mir gefehlt. Dennoch vergebe ich 2 Herzen, da ich wirklich sehr viele positive Rezensionen gelesen habe und mit meiner Meinung anscheinend ziemlich einsam da stehe, ansonsten hätte ich nur ein Herz für die Charaktere gegeben... Na ja. Gebt dem Buch ruhig eine Chance, es bleibt Geschmackssache, aber ich persönlich wurde leider sehr enttäuscht.


Mit dem Schreiben und Illustrieren begann Robin Jarvis 1988. Seine Bücher wurden in Großbritannien mit zahlreichen Preisen und ausgezeichnet und haben sich bereits mehr als eine Million Mal verkauft. Was der Autor, der in London lebt, überhaupt nicht mag, sind Geschichten, in denen er niemanden umbringen kann. -- robinjarvis.com (englisch)

Kommentare:

  1. Hi,

    musste doch eben sehr schmunzeln, als ich deine Rezi gelesen habe.

    Und wie du mittlerweile weisst, bist du nicht alleine mit deiner Meinung. Vielleicht sollten wir eine Selbsthilfegruppe zu diesem Buch gründen. :-)

    LG
    Sabrina

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    1. Das nehme ich als Kompliment (;
      Fabelhafte Idee, wirklich, das sollten wir machen. Ich lach mich weg, bin aber auch sehr gut gelaunt grade. :DD

      Liebste Grüße an die Namensvetterin ♥

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  2. Ich muss zugeben, dass der Anfang des Buches langweilig erscheint, doch ich habe das Buch mit anderen Büchern verglichen und muss sagen, dass eine gewisse Logik in dem Plan von Austerly Fellows vorhanden ist. Während zum Beispiel in "Harry Potter" Voldemort alle Mugggelstämmigen und Muggel umzubringen versucht und so die Weltherrschaft an sich reißen will, schreibt Austerly ein Buch, mit dem er nach und nach alle Städte, Länder und Kontinente unter seine Gewalt bringt. Trotzdem nicht viele Menschen ihr Leben lassen müssen, stahlt das Buch einen Grauen aus, welches noch viel grauenvoller ist als alles, was ich je zuvor gelesen habe. Also ist die Logik in dem Buch das, was es so reizvoll macht.
    Mit dem Cover hast du allerdings recht, es stellt nicht ganz das dar, was man vom Buch erwarten darf.

    Darf ich dir denoch den 2. Teil von Dancing Jax empfehlen, den ich persönlich noch besser fand. Die ersten Kapitel würdest du sicher wieder als unzusammenhängend und langweilig bewerten, aber der spätere Verlauf ist zusammenhängend und ich finde ihn unglaublich spannend.

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    1. Woah, was für ein Mega-Kommentar. :D
      Die Idee fand ich auch eigentlich nicht schlecht, aber dennoch hat es mir einfach nicht gefallen...
      Ich glaube nicht, dass ich die Fortsetzung lesen werde, weil ich öfter gelesen habe, dass es wieder auf das selbe hinaus läuft und dass die Charaktere, die ja das Einzige waren, was ich nicht so schlecht fand, nicht mehr im Mittelpunkt stehen, sondern dass es um andere Charaktere geht. Vielleicht werde ich es ja irgendwann doch nochmal lesen, aber im Moment habe ich da nicht so Lust zu. (;

      Liebe Grüße ♥

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  3. Es ist wahr, das Cover verspricht mehr (oder etwas anderes) als man vorgelegt bekommt. Ebenso wahr ist, dass der Anfang sehr langatmig verläuft. Hinsichtlich der Charaktere bin ich anderer Meinung. Charaktere werden gebildet oder bilden sich selbst, versuchen sich dem allgemeinen Trend entgegenzustemmen und werden meist auf schmähliche Weise betrogen. Zugegeben etwas ketzerisch, vergleiche ich Austerly Fellows Plan mit Facebook. Viele wissen um die Unzulänglichkeiten und doch machen sie mit. Wer sich dem verweigert ist out. Medien, selbst Regierungen nutzen und propagieren diesen Hype. Diesem Grundgedanken logisch folgend wird in dem zweiten Teil der Begriff "out" deutlicher - oder besser gesagt: drastischer - dargestellt. Und gerade hier werden Charaktere entwickelt, werden Psychosen neben - scheinbar - harmlose Selbstüberschätzungen gestellt, reifen Persönlichkeiten am unmenschlichen System, wird am Ende des Buches eine Situation dargestellt welche, aus Sicht des Lesers, nicht in einem einzigen weiteren Teil aufgelöst werden kann. Erinnert mich ein wenig an die Situation des Ausbruchs von Dr. Martinelli aus Blueville in Robert Merle´s "Die geschützten Männer".
    Wenn man auf Action a´la Stephen King oder Wolfgang Hohlbein verzichten kann und den stellenweise feinen Zynismus des Buchs folgen kann, ist Dancing Jax keine verlorene Zeit. Ich jedenfalls warte auf den dritten Teil.

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