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Mittwoch, 4. Februar 2015

April Genevieve Tucholke - Fürchte nicht das tiefe blaue Meer




Fürchte nicht das tiefe blaue Meer ist der erste Band der Between-Trilogie von April Genevieve Tucholke.
1. Fürchte nicht das tiefe blaue Meer - 2. ? ("Between the Spark and the Burn") - 3. ???

Taschenbuchausgabe
Erscheinungsdatum: 9. September 2013
Übersetzer: Anja Galic
Seitenanzahl: 378
Verlag: cbt
Sprache: Deutsch

In Violet Whites verschlafenem Küstenort ist nicht viel los, bis River West in ihrem Gästehaus einzieht. Plötzlich wird ein Phantom gesichtet, Kinder verschwinden und ein Mann bringt sich um. Hat River damit zu tun? Als Violet die Wahrheit erfährt, hat sie bereits ihr Herz an River verloren...

In das Cover habe ich mich direkt verliebt, ich bin so froh, dass es vom Original übernommen wurde. Es passt auch perfekt zur ganzen Atmosphäre im Buch, genau wie der lange Titel. Ich weiß nicht, zu manchen Büchern passt einfach kein kurzer Titel, kennt ihr das? :D Einfach nur "River" oder sowas würde dem Buch gar nicht gerecht werden. Wobei ich den Originaltitel, "Between the Devil and the Deep Blue Sea" sogar noch besser finde.

Wunderschön und schrecklich, zauberhaft und grausam. Unglaublich fesselnd und berührend. "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" war genau wie ich es mir gewünscht habe, andererseits auch durchgehend unerwartet und 'ganz anders' zugleich, und hat mich einfach nur im Gefühlschaos zurück gelassen.
Aus irgendwelchen Gründen, die ich selbst nicht genau benennen kann, wollte ich dieses Buch unbedingt haben und lesen und lieben, seit ich das Cover gesehen und den Klappentext gelesen habe. Ich wusste oder hatte das starke Gefühl, dass es eines dieser Bücher ist, die einen komplett in ihren Bann nehmen und nicht mehr loslassen, auch nach der letzten umgeblätterten Seite nicht. Und bei "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" hat mein Gefühl mich nicht im Stich gelassen, denn genau zu diesen magischen Büchern zählt es für mich.
Dieser Roman hat mich vom ersten Kapitel an verzaubert, und es war das erste Buch seit sehr langer Zeit, dass ich in 24 Stunden komplett gelesen habe. Einerseits wollte ich es richtig genießen, und mir ein wenig aufsparen, damit ich länger etwas davon habe. Andererseits war ich gleich so gefangen, dass ich niemals aufhören wollte, zu lesen. Dazu kam dann noch, dass ich Angst hatte, weiter zu lesen, weil ich nicht wollte, dass irgendwas Negatives den Moment zerstörte. Pures Gefühlschaos also, und so ging es auch noch durchgehend weiter. Wobei ich später eher einfach nur auf irgendetwas Gutes hoffte. Denn ein besonders fröhliches Buch ist "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" definitiv nicht. Es ist unheimlich, brutal, angst-einflößend, aber dennoch auf seine eigene Art und Weise hinreißend schön. Der Klappentext beschreibt nicht mal ansatzweise die Magie, die es enthält.
Allein schon wegen des Schreibstils kann ich nicht anders, als diesen Roman zu lieben. Bei einigen Autoren wirken viele Metaphern auf mich übertrieben, überzogen und etwas weit hergeholt. Aber bei Tucholke konnte ich über jeden Vergleich lächeln, weil ich einfach nur bewundern kann, wie man auf so etwas kommt, und auch wie perfekt alles beschrieben ist. Selbst die kleinsten Dinge lässt die Autorin einen aus ganz neuer Sicht sehen. Dadurch wird jedes Detail faszinierend. Überhaupt habe ich beim Lesen anfangs die ganze Zeit wie blöd gelächelt, ich kann gar nicht genau sagen, warum. Zumindest als noch nichts allzu Tragisches passiert ist, hat mich das Lesen einfach glücklich gemacht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich mir so viel von "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" erhofft habe, und absolut nicht enttäuscht wurde.
Die Autorin hat es geschafft, dass Gefühle und Spannung Hand in Hand gingen. Es wurde niemals auch nur eine Sekunde langweilig. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, von der ersten bis zur letzten Seite. Dabei schont sie weder die Protagonisten noch den Leser, ich habe es nicht nur am Ende mit der Angst zu tun bekommen. Und genau das macht die Geschichte noch besser. Es gibt so viele unerwartete Wendungen. Nichts ist vorhersehbar, ich war nicht selten komplett geschockt und fassungslos.
In die Charaktere habe ich mich schnell verliebt. Violet war von Anfang an eine Person, in die ich mich sehr gut hinein versetzen konnte, und deswegen habe ich durchgehend mit ihr mitgefühlt. Ich habe sie und ihr Gefühlschaos absolut verstanden. Sie bleibt immer sie selbst und ist ein bewundernswerter Charakter, der zwar ein paar typische Jugendbuch-Protagonistin-Züge an sich hat, aber gleichzeitig auch unverwechselbar ist. Ich weiß, das klingt merkwürdig und unlogisch, aber ich kann es nicht anders beschreiben. :D Ich mag ihre ganze Art einfach und ihre Gewohnheiten und Ansichten. Mir hat es total gefallen, wie sie an der Vergangenheit und ihrer Großmutter und der alten Villa und auch ihrem Dorf festhängt, mit all den Kleinigkeiten, die sie in sich aufnimmt.
Überhaupt habe ich es geliebt, wie alles mit der Vergangenheit zusammenhing. Nicht nur Familiengeschichten, sondern auch Kleinigkeiten, wie 'Casablanca' im Freiluft-Kino, oder ein Kleid, das aussieht wie das von Audrey Hepburn in 'Breakfast At Tiffanys'. Auch wie die Stadt Echo beschrieben wird, oder die See-Luft... Das alles brachte mich immer wieder zum Lächeln und dazu, dass ich absolut in der Geschichte versunken bin. Mehr als ein Mal habe ich die Realität völlig vergessen, alles andere um mich herum wurde unwichtig und kleinlich. Wie es mit Büchern manchmal halt so ist. Meinen Vorsatz, das Buch langsam zu lesen, habe ich innerhalb weniger Stunden verworfen, und habe es nie lange ausgehalten, es zur Seite zu legen. Also wenn das kein gutes Zeichen ist, dann weiß ich auch nicht. :D
Auch die anderen Charaktere habe ich während des Lesens schnell ins Herz geschlossen. Ich konnte Violets Gefühle gegenüber ihrem Bruder und ihrer besten Freundin gut verstehen, auch Neely und Jack mochte ich total gerne, und ich selbst wünschte mir sogar Freddie zurück.
Und River... River. Hachja. Ich kann meine Gedanken nicht in Worte fassen. Ich zitiere einfach mal eine der vielen vielen wunderbaren Stellen im Buch, die ich mir übrigens unbedingt mal alle aufschreiben muss, denn "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" werde ich definitiv noch mindestens ein weiteres Mal lesen.
»Man hört auf, den Teufel zu fürchten, wenn man seine Hand hält.«


Ich dachte eigentlich, dass ich zu viele Gedanken und Gefühle zu "Fürchte nicht das tiefe blaue Meer" haben würde, um auch nur irgendwas davon sinnvoll aufzuschreiben, denn es hat mich in absoluter Fassungslosigkeit zurück gelassen. Doch jetzt will ich gar nicht mehr aufhören, alles zu tippen, was ich zu diesem entsetzlich schönem und wunderbaren Meisterwerk irgendwie sagen kann. Ich muss wohl kaum sagen, dass mich das Buch absolut begeistert hat, ich kein bisschen enttäuscht wurde, und natürlich 5 Herzen für ein neues Lieblingsbuch vergebe.
Ob ich die Fortsetzung lesen werde, falls diese übersetzt wird, weiß ich noch nicht, weil ich Angst habe, dass sie mir nicht gefällt und mir somit mein Bild von Band 1 zerstört... Aber wie ich mich kenne, will ich sowieso wissen, wie es weiter gehen wird. :D



April Genevieve Tucholke liebt Filmklassiker, rothaarige Bösewichter, geräumige Küchen und Gespräche über Mordfälle beim Abendessen. Sie und ihr Mann - ein Bibliothekar und Journalist - leben in Oregon. »Fürchte nicht das tiefe blaue Meer« ist ihr erster Roman. -- apriltucholke.com (englisch)

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Robin Jarvis - Dancing Jax: Auftakt


Dancing Jax: Auftakt ist der erste Teil der "Dancing Jax"-Trilogie von Robin Jarvis.
1. Auftakt - 2. Zwischenspiel - 3. Finale

Broschierte Ausgabe
Erscheinungsdatum: 10. September 2012
Übersetzer: Nadine Mannchen
Seitenanzahl: 544
Verlag: Script5
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Dancing Jax

Ein altertümlich wirkendes und zunächst harmlos erscheinendes Buch taucht in einer englischen Kleinstadt auf und ergreift Besitz von seinen Lesern. Immer mehr Menschen werden von dem Buch befallen und zu willenlosen Charakteren der Geschichte. Der diabolische Plan des Autors scheint aufzugehen...

Das Cover ist toll und zieht die Blicke auf sich. Für mich nur leider zu vielversprechend...
Andere Cover:

Wer schon mal von Dancing Jax gehört hat, der ist bestimmt schon auf so einige positive Meinungen gestoßen. Schon im Voraus: Ich bin komplett anderer Meinung.
Ich hatte mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut. Endlich mal wieder ein dickeres Buch, mehr Seiten, längerer Lesespaß, ein ansprechendes Cover, ein spannender Klappentext, viele gute Rezensionen. Ich wurde wahnsinnig enttäuscht.
Der größte Minuspunkt: Die erste Hälfte über kommt die Handlung so langsam voran, wie man es nur selten erlebt. Immer erst nach ca. 5 Kapiteln passiert mal etwas Bemerkenswertes, Spannung taucht nur sehr selten auf. So macht das Lesen nicht wirklich Spaß. Die Story hört sich interessant an, man hofft auf mehr, vor allem dank endlos vielen Sätzen wie "Sie konnten ja nicht ahnen, in welch kurzer Zeit ihr Glück zerstört werden sollte, denn schon bald sollte Dancing Jacks die Welt erobern" und Ähnlichem. Nervig, aber vielversprechend. Doch auch die zweite Hälfte hat mir nicht gefallen. Ab jetzt wird es zwar spannender, aber dennoch bleibt es langweilig, wenn ihr versteht. Die Ereignisse ziehen sich hin, ich habe ewig auf den entscheidenden Punkt gewartet und insgesamt fehlte mir immer etwas. Ich kann es gar nicht genau beschreiben, aber es hat mir einfach nicht gefallen. Nicht so, dass ich gedacht habe "Wann hat dieses Buch endlich ein Ende?!", denn ich hatte noch Hoffnung. Die wurde am Ende dann auch zerstört. Das Buch hat ein extrem offenes Ende, aber ich habe keine Lust, mir auch noch den zweiten Band anzutun, wirklich nicht.
Anfangs war ich ziemlich verwirrt, da aus mehreren Sichtweisen geschrieben wurde und einige Personen abwechselnd im Vordergrund standen und ich nicht wusste, wer jetzt die Hauptrolle spielt und wie ihre Handlungen miteinander verknüpft sind. Die meisten dieser beschriebenen Situationen fand ich ziemlich sinnlos, da sie nicht sonderlich viel mit der eigentlichen Handlung zu tun hatten. Einige Dinge konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Das gilt für mehrere Sachen, wobei ich mir teilweise vorstellen kann, dass manche Handlungsstränge in den Folgebänden mehr im Vordergrund stehen könnte. Dennoch war vieles einfach überflüssig.
Die Charaktere an sich waren in Ordnung. Sie hatten ihre eigene Persönlichkeit und Eigenschaften, die sie unverwechselbar machten, das kann ich wirklich loben. Was mich genervt hat, war, dass echt keine verantwortungsbewusste Person die Situation begriffen hat. Ich meine, wenn ein kleiner Junge es versteht, warum dann kein Lehrer, der schon mehrmals gewarnt wurde! Der hätte viel früher eingreifen sollen! Und wenn man die Gefahr als Leser begreift, ohne so besonders viel mehr zu wissen, warum checkt das denn dann keiner?! Dennoch, die Charaktere waren echt gut ausgearbeitet, meiner Meinung nach.
Die kursiv geschriebenen Passagen, in denen Stellen aus "der Heiligen Schrift" zitiert werden, hatten zwar mit der Story zu tun, aber ich finde, dass man sie definitiv hätte abkürzen können, um die Charaktere zu beschreiben. Überhaupt hätte man so vieles abkürzen können. Wollte der Autor das Buch nur so dick wie möglich machen? Er hat die gewünschte Wirkung erreicht, ich wollte ein dickes Buch und ich habe ein dickes Buch bekommen - nur leider mit viel zu wenig Handlung gefüllt.
Irgendwie fand ich, dass dieser ganze 'moderne Kram', der den altmodischen Sitten aus »Dancing Jacks«, gegenüber gestellt wird, sehr unrealistisch. Alles, was heutzutage üblich ist, wurde so übertrieben dargestellt, als wäre es eine lebenswichtige Entscheidung für einen 11-jährigen, ob er wirklich zwei Personen über Facebook als Freunde entfernen soll und ob das wohl seine Zukunft verändern würde. Also bitte, so schlimm ist es doch echt nicht. 

Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall NICHT lesen. Das Buch hat mir gar nicht gefallen, die Handlung kommt einfach nicht voran und der Lesespaß hat mir gefehlt. Dennoch vergebe ich 2 Herzen, da ich wirklich sehr viele positive Rezensionen gelesen habe und mit meiner Meinung anscheinend ziemlich einsam da stehe, ansonsten hätte ich nur ein Herz für die Charaktere gegeben... Na ja. Gebt dem Buch ruhig eine Chance, es bleibt Geschmackssache, aber ich persönlich wurde leider sehr enttäuscht.


Mit dem Schreiben und Illustrieren begann Robin Jarvis 1988. Seine Bücher wurden in Großbritannien mit zahlreichen Preisen und ausgezeichnet und haben sich bereits mehr als eine Million Mal verkauft. Was der Autor, der in London lebt, überhaupt nicht mag, sind Geschichten, in denen er niemanden umbringen kann. -- robinjarvis.com (englisch)